Das WC-TFT


Ja, so soll's aussehen. Ein TFT-Display auf dem Lokus.

Ist der jetzt verrückt geworden?

Ja. Vor einiger Zeit habe ich bei einem Sonderangebot für ein TFT-Display, das FBAS- ("Composite"-) Signal ausgeben kann, zugeschlagen. Es war preiswert.

Seitdem liegt's bei mir unbenutzt rum, und im Zuge meiner neuen Wohnung hab' ich mir gedacht: "Mach doch irgendeinen Unfug mit dem Display". Dieser Vorgabe bin ich denke ich mit Bravour nachgekommen.

WAS soll ausgegeben werden?

Ich wollte keinesfalls auf dem Örtchen sitzen und währenddessen das laufende Fernsehprogramm durchzappen. Wäre zwar technisch auch machbar, aber bedeutete ein wenig mehr Installations- und Geräteaufwand.

MEINE Zielsetzung, die aus einem Gag entstanden ist (ach?) war, "nix vom Film zu verpassen, wenn man mal kurz auf Toilette ist". Deshalb war der AV-Ausgang des Fernsehers die Wahl: diese Schnittstelle gibt ALLES heraus, was auf dem Fernsehbildschirm zu sehen ist. Egal, ob eine DVD, eine Video-Kassette, Kabel- oder Satellitenprogramm angesehen wird.

WIE kommt das Gelumbe ins Badd?

Per Kat5.

Netzwerkkabel.

Das liegt ohnehin in meiner Wohnung (protz protz) und kann benutzt werden, wo immer man will.

So habe ich mir eine Kabelbelegung ausgedacht, die verwendet werden soll. Die Grundidee: Den Fernseher schließt man an eine bestehende RJ45-Netzwerk-Dose an, und "irgendwo anders" schließt man das TFT-Display an auch-eine-Netzwerkdose an. ALLE benötigten Informationen sollen also über das Netzwerkkabel geschickt werden.

 

Die benötigten Informationen sind

  • FBAS-Video
  • Audio rechts
  • Audio links
  • Versorgungsspannung TFT-Display

 

Jeweils wird noch eine Masse benötigt, das ergibt 8 benötigte Adern. Kat5 hat genauso viele Adern.

Die VideoOverCat5 Adernbelegung



Die Adernbelegung wurde wie in der Skizze gewählt. Dabei sind die weiß/farbigen Adern jeweils + bzw. Phase, die durchgehend farbigen sind - bzw. Masse.

Signale OK. Aber woher kommt die Spannungsversorgung?

Auch aus dem Fernseher!

Das Audio- und Videosignal kommt aus dem Fernseher, warum auch nicht die Versorgungsspannung... Mein TFT-Display hat eine Spannung von 12 V, die muss es im Fernseher doch irgendwo geben.

So habe ich also meinen Sony-Fernseher aufgemacht, habe mich dort ein wenig "umgesehen" und bin fündig geworden. Zur Sicherheit nochmal nachgemessen: Astreine 11,94 V.

Dort habe ich dann sauber eine Leitung angelötet und habe diese dann provisorisch aus dem Fernseher rausgelegt, um das TFT damit zu testen. Alles angeschlossen, Fernseher eingeschaltet und... *hoff* das TFT auch noch hinzugeschaltet: yyyeeaah! Es funktioniert!! Aber es gibt ein kleines

Problem: Beim Einschalten des TFTs braucht dieses wohl soviel Einschaltstrom, dass der Fernseher für einen kurzen Augenblick aufflackert. Ich werde bei Gelegenheit mit einem Elko versuchen, dem entgegenzuwirken.

Messtechnisch habe ich meine 12 V auch noch einmal überprüft: statt 11,94 V habe ich dort nun 11,76 V, das ist sicher in Ordnung.

Wie kommen die Signale vom Fernseher IN die Cat5-Leitung?

Das habe ich mir folgendermaßen ausgedacht: ich werde ein Kat5-Netzwerkkabel "opfern", dies auf einer Seite abschneiden und an einen Scart-Stecker mit entsprechende Belegung (siehe Skizze oben) anlöten.

Die Versorgungsspannung (aus dem Fernseher) werde ich auch in den Scart-Stecker mit einführen und unbenutzte Pins als Lötaugen verwenden, um die Leitung der V.-Spannung mit den entpsrechenden zwei Adern des Netzwerkkabels verbinden. Aber

Achtung: Bei dieser Vorgehensweise müssen unbedingt die Pins des Scart-Steckers abgezwickt werden, da sonst der Fernsehr am Scart-Eingang auf dem entsprechenden Pin +12 V abkriegt bzw. im anderen Fall irgendwas mit Masse kurzgeschlossen wird.

Die Schirmung des Netzwerkkabels verbinde ich natürlich ebenfalls mit der Schirmung des Scart-Kabels.

...und wie kommen die Signale von der Dose ins TFT?

...das weiß ich ehrlich gesagt auch noch nicht. Aber ich arbeite dran :-)

Die Nobelste Lösung wäre ein kleines Kistchen / Kästchen, das auf einer Seite eine RJ45-Buchse, auf der anderen Seite Anschlüsse für Audio und Video hat und untereinander entsprechend verbunden ist. Aber das ist natürlich aufwändig. Vorschläge werden gerne entgegengenommen :-)

On-on-demand

Im derzeitigen Zustand würde das Display immer laufen, wenn auch der Fernseher läuft. Das ist natürlich unnötig, wenn sich keiner auf dem Luxus-Dixie aufhält.

Mein Lösungsansatz, der auch den Verkabelungsaufwand gering hielte: Eine Fotozelle, die Licht im stillen Örtchen misst und bei Vorhandensein die 12 V durchschaltet. Da ich kein Fenster im Bad habe und es zappenduster ist, wenn niemnd drin ist, wäre das eine gute Lösung.

Freundlicherweise hat sich ein Mitstreiter die Mühe gemacht, eine Schaltung für diesen Zweck zu entwerfen und zu planen. Vielen Dank an dieser Stelle! Die Schaltung ist noch ein Prototyp, ich werde sie demnächst ausprobieren und falls nötig Verbesserungen hier aktualiesieren.



Entworfen von: wieselsworld-online.de

Reichelt-Einkaufsliste

Best.-Nr.

Bezeichnung

BD 236

TRANSISTOR BD236

TL 082 DIP

Op-Amp, DIP-8

LDR 07

FOTOWIDERSTAND

PT 15-L 100K

Einstellpotentiometer, liegend, 15mm, 100 K-Ohm

AX 1.000/16

Elko, axial, 1.000µF/16Volt

METALL 47,0K

Metallschichtwiderstand 47,0 K-Ohm

METALL 68,0K

Metallschichtwiderstand 68,0 K-Ohm

2W METALL 10

Metalloxidschicht-Widerstand 2W, 5% 10 Ohm

Zukunftsmusik

Ein nettes Gadget wäre ein Rückkanal, der z.B. Fernbedienungssignale vom Bad aus an den Fernseher geben kann. Damit man z.B. bei einer gemütlichen Warmbadesession das Fensehprogramm umschalten kann.

Dazu fehlt's aber auch hier im Moment an der Adern-Anzahl. Man könnte Masse-Leitungen zusammenführen und dadurch Adern sparen. Beide Audio und Video teilen sich z.B. eine Masse oder so. Aber besonders elegant ist das nicht...